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Gründungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Pommern

Auszug aus unserer Festzeitschrift der Kirmes 2002 anlässlich unseres 50jährigen Jubiläum

Pfingsten 1952: Ein Gewitter entlud sich im Moseltal, es krachte, Blitze zuckten, eben ein richtiges frühsommerliches Gewitter.

Es war später Nachmittag, als ein Kugelblitz von der Mosel her auf das Dach vom Gasthof Hermes schlug. Er bohrte sich durch Schiefer und Dachsparren bis auf den Speicherboden, wo das entstehende Feuer sofort reichlich Nahrung fand.

Anwohner bemerkten den Qualm, der aus dem Dach aufstieg erst gar nicht. Denn hinter dem Haus verläuft die Bahnstrecke Koblenz - Trier, wo gerade eine Dampflok vor dem Haltesignal stand.

Bald wurde der beißende Qualm so dicht, dass einige Nachbarn sofort erkannten was geschehen war. Flammen schlugen aus dem beschädigten Dach - bei Hermese brennt es.

Der ganze Speicherbereich war schnell ein Opfer von Qualm und Feuer. Die Brandglocke wurde geläutet und alles was Beine hatte hastete eilig zum Spilles.

Dort waren im alten Zollhaus die Feuerwehrpumpe, die man den Amerikanern am Ende des Krieges abenteuerlich abjagte und ein Hydrant zum direkten Anschluss an die Wasserleitung.

Bürgermeister Lohn hatte auch das Kommando wenn es brannte. Es war aber so, dass sich in diesem Ausnahmezustand keiner mehr an Kommandos hielt sondern einfach nur helfen wollte - unkontrolliert und unfachmännisch, wie Zeitzeugen berichteten. Es wurden eiligst Möbelstücke aus dem oberen Geschoss evakuiert. Wenn Schränke und Betten unten ankamen waren sie meist so ramponiert, das sie nicht mehr zu gebrauchen waren, Sogar ein Waschbecken riss man gewaltsam aus der Wand und warf es aus einem Fenster auf die
Straße. Wie es aussah, als es unten aufschlug braucht man hier bestimmt nicht zu beschreiben.

Onkel Endries, der im oberen Geschoss nach einem zünftigen Frühschoppen eingeschlafen war wurde abenteuerlich aus einem Fenster des oberen Stockwerkes evakuiert. Es gelang Ihn über das Dach von Paul Moritz zu retten.

Man pumpte eine Menge Wasser aus dem Hydranten und von der Mosel mit der oben erwähnten Pumpe zum Brandherd, da man noch Munitionsreste aus dem 2.Weltkrieg auf dem Speicher vermutete.

Als die telefonisch alarmierten Feuerwehren aus Treis und Klotten zu Hilfe eilten, war der Brand schon fast unter Kontrolle. Das Feuer war aus, das Haus schwer beschädigt und Tante Martha bestimmt sehr aufgeregt.

Kurze Zeit später versammelten sich Jakob Michels, Raimund Botsch, Winfried, Thomas, Reinhold Fuchs, Math. J. Birkenbeil, Johannes Fuchs, Herrmann Schneiders, Willi Hellbach, Alois Raueiser, Ewald Fuhrmann, Johannes Hellbach, Alois Marquet, Bernd Michels und haben beschlossen, ein solches Chaos wie beim Brand bei Hermese nicht mehr aufkommen zu lassen.

Hiermit war die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Pommern besiegelt. Jakob Michels wurde zum Wehrführer gewählt, da er schon in der Kriegszeit über eine brandschutztechnische Ausbildung verfügte.

Schnell wuchs die Zahl der Feuerwehrmänner an. Man machte bei zahlreichen Wettkämpfen mit und errang beachtliche Preise.

Bis zu seinem Tode im Jahr 1970 war Jakob Michels Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pommern.

Im Jahre 1970 wurde Alois Marquet zum Wehrführer gewählt. Er lenkte die Geschicke der Wehr bis 1977.

Seit 1977 ist Walter Birkenbeil Wehrführer und Alfred Becker sein Stellvertreter. Die beiden haben über all die Jahre sehr viel Zeit und persönliches Engagement zum „Wohle der Allgemeinheit" investiert.

Von 1977 bis zu seinem plötzlichen Tode im Jahre 1984 stand Werner Thomas als 2. Wehrführer und Vorstandsmitglied im Dienste unserer Feuerwehr.

An dieser Stelle sei all unseren verstorbenen Feuerwehrmännern gedacht und gedankt, dass sie all die Jahre freiwillig und zuverlässig ihren Dienst an der Allgemeinheit geleistet haben.

Unzählige Male rückte unsere Wehr in den letzen 50 Jahren aus.
Es ist nicht nur eine Ehre Feuerwehrmann zu sein sondern auch eine Verpflichtung. Eine Verpflichtung gegenüber allen Pommernern, denen wir in vielen Notlagen  geholfen haben und eine Verpflichtung gegenüber unserem Schöpfer, der uns unter dem Motto

GOTT ZUR EHR, DEM NÄCHSTEN ZUR WEHR

immer wieder neue Herausforderungen stellt.

Leben retten, Feuer bekämpfen, Naturgewalten trotzen, das ist eine Aufgabe, die jeden Feuerwehrmann zu einem unverzichtbaren Glied unserer Gemeinschaft macht.

Heribert Friedrich